Hainfeld bleibt bunt!

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Demokratinnen und Demokraten setzen starkes Signal gegen rechts 

HAINFELD -lam- Ortsbürgermeister Wolfgang Schwarz hatte am Samstag ab 11.30 Uhr in den örtlichen Pfarrhof zu einer überparteilich organisierten Demonstration unter dem Motto „Hainfeld ist bunt – nicht blau-braun“ aufgerufen. Über 80 Menschen aus allen demokratischen Lagern folgten der Einladung und zeigten Flagge gegen rechts.

Sie bewiesen damit, dass Hainfeld bunt ist, aber genauso auch alle anderen Orte in der Verbandsgemeinde Edenkoben, im Kreis Südliche Weinstraße, im Land Rheinland-Pfalz und in ganz Deutschland.

Fazit: Die Demokratie lebt und sie lässt sich nicht von Ewiggestrigen klein kriegen!
Eingeladen waren Menschen, die gegen den allgemeinen „Rechtsruck“ in unserem Land aufstehen wollen.

„Sage Nein zu Alternativen, die absolut keine sind!“ hatte Wolfgang Schwarz schon im Vorfeld gesagt. Gerade wenn es um Toleranz für Minderheiten wie Homosexuelle, Transgender, Farbige, Migranten und vielen mehr gehe, könne die AfD mit ihren rechten Einstellungen keine Alternative sein! Er stellte sieben Gründe vor, warum man die AfD nicht wählen kann und erhielt dafür viel Beifall und Zustimmung.

Die Aktion der Demokratinnen und Demokraten war ein mehr als gelungener Gegenpart zu einem „Wahlinfostand“, den die AfD in Hainfeld angemeldet hatte. Diese platzierte ihren Stand in der Ortsmitte am Mühlradbrunnen. Daneben flatterte friedlich die Regenbogenflagge.

Es sei vorweggenommen, die Blau-braunen blieben dort gänzlich unter sich. In den gut zwei Stunden, auf die beide Veranstaltungen angelegt waren, wollte wirklich niemand mit den Feinden der Demokratie ins Gespräch kommen. Da nützte auch die Anwesenheit des Bundestagsabgeordneten Bernhard Schattner, der in einer Gemeinde in der VG Edenkoben wohnt, nichts. Trotz strahlendem Sonnenschein standen er und seiner Mitstreiter total im Schatten!

Wolfgang Schwarz zählte auf, welch mitunter menschenverachtende Parolen die AfD von sich gibt und sich dabei eines Vokabulars bedient, wie man es aus Reden von Naziführern kennt. Auch erinnerte er an seine Zeit als Landtagsabgeordneter, als er sich im Plenum den mitunter hasserfüllten Reden der AfD-Abgeordneten ausgesetzt sah.

„Die dort getätigten Aussagen haben mir immer sehr weh getan!“ Daran hat sich bis heute nichts geändert und die Zeit in denen er die blau-braunen Personen auf der anderen Straßenseite sehen musste, hätten ihm schon wieder Schmerzen verursacht. „Zum Glück habe ich aber bei mir zu Hause genügend Aspirin zur Verfügung!“ fügte er lächelnd hinzu.
Dass den AfDlern niemand Gehör schenkte, dürfte nicht nur auf ihn, sondern auf alle Demokratinnen und Demokraten sehr wohltuend gewirkt haben.

Björn Eisenmann vom Verein für Toleranz und Menschlichkeit (ToM) Südpfalz, einer von drei Initiatoren der Video-Aktion „100 Argumente gegen die AfD“, kontrollierte erst einmal, ob man seine Worte auf der anderen Seite auch hören würde. Gehört wurde er, keine Frage, ob er dort aber auch verstanden wurde, sei mal dahingestellt.

Ganz bewusst bediente er sich nicht der Worte von AfD-Rednern und klammerte in seiner mitreißenden Rede diese ganz bewusst. Aber auch ohne diese Worte auszusprechen, wussten alle um was es ging, unter anderem das Unwort Re-Migration! „Die AfD widerspricht meinem Menschen- und Weltbild. Sie entspricht nicht dem, was ich mir für unsere Welt wünsche!“ so Eisenmann.

Wolfgang Thiel, Vorsitzender der AG 60 plus Südpfalz der SPD, setzt sich seit Jahrzehnten für demokratische Grundwerte ein. Dabei ist er auch ein glühender Kämpfer für Natur und Umwelt, wenn es darum geht dem Klimawandel Einhalt zu gebieten und für ein besseres Klima auf der Erde zu sorgen. Ihm ist es deshalb ein großer Dorn im Auge, wenn AfD-Verantwortliche den Klimawandel beharrlich leugnen. Dies tat eine AfD-Aktivistin auch in Hainfeld mit Zwischenrufen kund. Argumente für ihre Ansichten konnte sie, fast schon erwartungsgemäß, nicht liefern.

Silke Vorpahl, Sekretärin der Gewerkschaft Verdi, zeigte mit ihrer Anwesenheit und ihrer engagierten Rede gegen rechts, dass nicht nur ihre, sondern alle Gewerkschaften, keinen Rechtsruck zulassen wollen und dafür immer wieder, nicht zuletzt bei öffentlichen Veranstaltungen, kämpfen werden.

Insgesamt acht Rednerinnen und Redner äußerten sich zur AfD und machten mehr als deutlich, dass diese Partei für Demokratinnen und Demokraten nicht wählbar ist.

Dass am Freitag, 26. April, veröffentlichte aktuelle Politikbarometer des ZDF zeigt, dass 15 Prozent der Wählerinnen und Wähler bei der bevorstehenden Europawahl ihre Stimme der AfD geben wollen. Das ist zwar wieder ein Prozent weniger gegenüber der letzten Umfrage, aber immer noch viel zu viel.

Das Nahziel aller Menschen die für die Demokratie in Deutschland einstehen, muss es sein, die Rechten erst in den einstelligen Bereich und dann unter fünf Prozent zu drücken. Langfristig aber will man, sofern man demokratisch denkt und lebt, diese pseudodemokratische Partei in Deutschland gar nicht mehr haben.

Text und Bild: Heinz Lambert

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