Wein trifft Pharmazie

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Franziska Öchsner wird Weyherer Weinprinzessin
WEYHER – lam – Franziska Öchsner wird am Freitag, 16. Juni, Im Schulhof in Weyher zu Franziska I. und damit zur neuen Weinprinzessin des 550-Seelen-Ortes.

Die Krönungszeremonie beginnt um 19.30 Uhr. Die noch 18-jährige Franziska wird Nachfolgerin von Johanna Weidmann, die zwei Jahre lang das idyllische Weindorf repräsentierte. Gekrönt wird sie von Laura Götze, Weinprinzessin der Südlichen Weinstraße, die ebenfalls aus Weyher kommt und Vorgängerin von Johanna Weidmann als örtliche Weinprinzessin war.

Ihre Beziehung zum Wein bezeichnet Franziska Öchsner als eher indirekt. Ihr 1992 leider allzu früh verstorbener Opa mütterlicherseits, der frühere Weyherer Ortsbürgermeister Willy Hundemer, betätigte sich nämlich als Hobbywinzer und hatte auch eigene Weinberge. Zwei davon sind in den Besitz von Franziskas Mutter Martina übergegangen und gehören heute noch den Öchsners.

Wenn sie hin und wieder ein Gläschen Wein trinkt, gönnt sie sich die lieblichen Varianten des Rebensaftes, wobei sie als ihren Lieblingswein den Muskateller nennt. Direkt mit Wein in Berührung kommt sie am Gutsauschank des örtlichen Weingutes Graf, wo sie im Nebenjob tätig ist und den Gästen die Weine der „Grafen von Weyher“ kredenzt.

Als neue Weinprinzessin wurde sie von den Weyherer Jungwinzern auserkoren. Diese, die auch die Krönungsfeier ausrichten, kamen auf sie zu und fragten an, ob sie Weinprinzessin werden wolle. Sie besprach sich dann erst mal mit ihrer Mutter, überlegte eine ganze Woche lang und entschied sich das Amt anzunehmen.

Ihre Eltern sind ebenso begeistert für zwei Jahre eine Prinzessin in der Familie zu haben, wie ihr 21-jährige Schwester Katharina und ihr Bruder, der 15 Jahre junge Johannes. „Alle haben gesagt, dass sie voll hinter mir stehen und mich in jeder Beziehung unterstützen werden,“ kann sie auf ihre Familie zählen.

Im März dieses Jahres legte Franziska an der Landauer Maria Ward-Schule ihr Abitur ab. Von ihrer beruflichen Zukunft hat sie eine klare Vorstellung. Sie will Pharmazie studieren, wartet aber noch auf die Zusage für einen Studienplatz. Sie hat sich an mehreren Studienorten beworben, hofft aber natürlich, dass sie in Heidelberg, Mainz oder Saarbrücken studieren kann, dann wäre der Weg nach Hause nicht zu weit.

Die Pharmazie machte ihr Vater Manfred schmackhaft, obwohl der in seiner Tätigkeit bei der Deutschen Bahn eher mit Zahlen zu tun hat, was auch für die Mama gilt, die ihr Geld beim Finanzamt verdient.

„Die Pharmazie bietet verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise als Apotheker oder in der biologischen, chemischen, klinischen oder auch technologischen Pharmazie oder der Toxikologie,“ klärt Franziska auf. Die Notfall- und Katastrophenpharmazie, die sich mit der Sicherstellung der Arzneimittelversorgung in außergewöhnlichen Situationen beschäftigt und somit aktueller denn je ist, gehört ebenfalls zum Spektrum.

Bevor sie ins Studium startet, unternimmt sie noch einen achtwöchigen Tripp nach Asien, der sie nach Thailand, Indonesien und auf die Philippinen führen wird. Nur drei Tage nach ihrer Krönung steuert sie gemeinsam mit zwei Freundinnen zunächst Thailand an. Danach fliegt eine der Damen zurück nach Deutschland, während Franziska und ihre andere Freundin weitereisen. Die Idee für den Asien-Trip kam den Dreien beim gemeinsamen Skifahren am Wilden Kaiser in Österreich.

Die ersten drei Tage im jeweiligen Land haben sie in Hotels gebucht, ab dem jeweils vierten Tag wollen sie vor Ort die weitere Vorgehensweise planen. „Die sind wir ganz offen, was sich da so an Möglichkeiten ergibt. Wir sind ja mit dem Rucksack unterwegs und somit recht flexibel,“ zeigt ich Franziska Abenteuerlustig.

Auch musikalisch ist sie sehr bewandert, spielte früher Geige, ehe sie sich der Oboe zuwandte und in diesem Instrument ihre wahre Berufung fand. Zusammen mit den Musikerinnen und Musikern der Weyherer Kolpingfamilie spielte sie schon bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen. Wenn es ihre sonstige Zeit zulässt ist ihr die kleine Fine eine treue Gefährtin. Mit der süßen Shetland Sheepdog-Hündin erkundet sie gerne Weyher und Umgebung.

Mit ihrer Vorgängerin sprach sie über schöne Veranstaltungen, wie das örtliche Weinfest und die Kerwe, das Weyherer Weinpanorama, oder auch den Neujahrsempfang. Sie selbst hat jetzt schon eine Einladung nach Lahnstein im Rhein-Lahn-Kreis bekommen, wo sie als Weinprinzessin am Festumzug zur „Lehner Kirmes“ im September teilnehmen darf. Dort wird auch die Rhein-Lahn-Nixe 2022/2024 gekrönt, welche die Stadt Lahnstein repräsentiert. Bei einer Weinprobe wird Franziska Köstlichkeiten eines Weyherer Weingutes präsentieren.

Vor ihrem Amt ist ihr nicht bange, zumal ihr Johanna Weidmann zugesagt hat, dass sie sich jederzeit an sie wenden kann, wenn sie Unterstützung und Rat braucht. So gesehen dürfte also nichts schief gehen.

Heinz Lambert

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