Unter dem Motto „Vielfalt ist unsere Stärke“ wird am Samstag, 16. Mai, um 11 Uhr in der Stiftskirche Landau der ökumenische Gottesdienst „Kreuz&Queer“ anlässlich des Internationalen Tags gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBITA*) gefeiert. Die Veranstaltung bringt Glaube und queeres Leben zusammen – offen, stärkend und solidarisch – und lädt im Anschluss zu einem gemeinsamen Austausch ein. Der Gottesdienst wird vom Netzwerk Queere Südpfalz in Kooperation mit der Pfarrei Mariä Himmelfahrt und der Protestantischen Stiftskirchengemeinde Landau organisiert.
Joachim Schulte, Sprecher von QueerNet Rheinland-Pfalz, betont die gesellschaftliche Relevanz der Veranstaltung: „Rechte von queeren Menschen und ihre Menschenwürde werden zunehmend in Frage gestellt. Daher begrüßen wir sehr, dass das Netzwerk Queere Südpfalz einen ökumenischen Queer-Gottesdienst veranstaltet. Für QueerNet RLP ist ein solcher Gottesdienst kein symbolischer Akt. Hier wird ein Raum geschaffen, in dem Menschen unabhängig von ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität ihren Glauben frei und ohne Angst leben können. Gerade die ökumenische Zusammenarbeit zeigt, dass Vielfalt nicht trennt, sondern bereichert.“
Auch aus kirchlicher Perspektive wird die Offenheit betont. Die Vertreter der beiden Kirchen, die Dekane Volker Janke und Axel Brecht, sind überzeugt: „Gottes Liebe gilt allen Menschen, die lieben. Deshalb verstehen wir Kirche grundsätzlich als ,safe space‘, als sicheren Ort für alle Menschen guten Willens und unterschiedlicher sexueller Orientierung.“
Oberbürgermeister Dominik Geißler und Landrat Dietmar Seefeldt ergänzen: „Wir sind nicht alle gleich, unsere Rechte jedoch müssen es sein! Wir alle müssen Solidarität zeigen und dafür einstehen, dass Menschenrechte nicht verhandelbar sind. Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig zu zeigen, dass die Südpfalz bunt, offen und tolerant ist und keine Diskriminierung duldet.“
Als gemeinsames Zeichen wird jeweils am 17. Mai, dem IDAHOBITA*, am Kreishaus der Südlichen Weinstraße, in verschiedenen Verbandgemeinden sowie am Landauer Rathaus die Regenbogenflagge gehisst.
Die Veranstaltenden verweisen zugleich auf die anhaltenden gesellschaftlichen und globalen Herausforderungen. Trotz rechtlicher Fortschritte werden queere Menschen diskriminiert und Opfer von Gewalt. Allein im Jahr 2024 wurden bundesweit 1.765 Straftaten im Zusammenhang mit sexueller Orientierung erfasst, darunter 253 Gewaltdelikte. Seit 2010 haben sich diese Zahlen nahezu verzehnfacht. Auch weltweit sind queere Menschen vielerorts Repression und Verfolgung ausgesetzt.
„Deshalb ist es umso wichtiger, auch in der Südpfalz sichtbar Haltung zu zeigen und solidarische Räume zu schaffen“, so die Veranstaltenden.
Bereits vor Beginn des Gottesdienstes wird es vor der Stiftskirche einen Infostand des Netzwerks Queere Südpfalz geben, an dem sich Besuchende über die Arbeit der beteiligten Initiativen informieren können. Im Anschluss an den Gottesdienst lädt ein „Come Together“ mit Snacks und Getränken dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, gemeinsam ein Zeichen für Vielfalt, Respekt und Zusammenhalt zu setzen.
Pressemitteilung der Stadt Landau, des Landkreises Südliche Weinstraße, der Protestantischen Stiftskirchengemeinde, der Pfarrei Mariä Himmelfahrt Landau und des Netzwerks „Queere Südpfalz“.












