50 Jahre Weinlehrpfad Edenkoben
EDENKOBEN. Vor 50 Jahren wurde der Weinlehrpfad in Edenkoben eröffnet. Hauptinitiator war Dr. Ludwig Urschbach, damaliger Vorsitzender des Heimatbundes, der damit den Fremdenverkehr in der weinfrohen Stadt ankurbeln wollte. Urschbach wollte aufzeigen, wie zu Zeiten der Großeltern und Ur-Großeltern in den Weinbergen und Weinkellern gearbeitet wurde. Dies sollte dann mit Gerätschaften und Weinfässern, aber auch mit einem kleinen Weinberg, den man in der klassischen Kammertbauweise anlegte, belegt werden.
Seine Idee, die schon 1971 in ihm reifte, setzte Urschbach an der Villastraße in die Tat um. Interessant zu wissen, dass diese Straße zu Zeiten König Ludwig I. von Bayern, dem Erbauer der Villa Ludwigshöhe, noch Heckweg hieß und nichts mehr war als ein holpriger Feldweg.
Die Kosten der Ersteinrichtung des Weinlehrpfades von 100.000 D-Mark, wurden durch Spenden aber auch durch Stadt finanziert. Der Pfad beginnt am Fritz-Claus-Weg und endet am Rosengärtchen. Er hat eine Länge von 1.100 Metern. Zu den bedeutenden Stellen des Weinlehrpfades gehört zwar auch die „Liebeslaube der Fünfziger“, diese entstand aber schon weit vor 1976 und trug ursprünglich den Namen „Keilbachlaube“. Das erste Schaustück was unter dem Dach Weinlehrpfad aufgebaut wurde, war ein 5.000 Liter fassendes großes Holzfass aus dem Weingut Schneider, welches dort abgebaut und an der Villastraße wieder aufgebaut wurde.
2020 stellten man fest, dass die am Pfad entlang aufgestellten Stücke, aber auch der Pfad selbst, doch sehr in Mitleidenschaft gezogen war und einer Auffrischung bedurfte. Diesem Vorhaben nahm sich das in der Folge so benannte „Team Weinlehrpfad an“ an. Ma machte eine Bestandsaufnahme und sichtete die vorhandenen Stücke.
„Es stand doch so einiges an Relikten in der Edenkobener Flur herum, das es zu restaurieren, reparieren und zu renovieren gab,“ berichtet Jürgen Alter, der die Federführung über das Team hat. Immerhin 42 größere und kleinere Objekte können im „Freilichtmuseum Weinlehrpfad“ besichtigt werden. Liebeslaube, Weinkeltern, alte Transportgeräte, verschiedenste Geräte zur Arbeit im Weinberg und im Keller, zudem steinerne Denkmäler, die noch an die Zeiten erinnern, als die bayerischen Könige die Pfalz regierten, aber auch Holz- und Liegebänke, die zum Verweilen einladen, das alles findet sich entlang des Weinlehrpfades Jürgen Alter und Ludwig Vondersand waren es die sich für den Erhalt des Weinlehrpfades einsetzten, Paten für die Restauration suchten und in Form von Privatpersonen, Vereinen, Parteien, Stammtischen und Winzerbetrieben auch fanden. Zuvor waren es eher Einzelpersonen gewesen, die versuchten die schöne Idee des Dr. Urschbach am Leben zu erhalten.
Heute kümmert sich das „Team Weinlehrpfad“ um die Exponate und deren Erhalt. Zudem ist man weiter auf der Suche nach interessanten Stücken um den Pfad zu ergänzen. Der Weinlehrpfad liefert unbezahlbare, äußerst wissens- und lesenswerte Informationen und die gibt es kostenlos, eine rühmliche Ausnahme in unserer mittlerweile doch so kostspieligen Welt.
Rechtzeitig zum Jubiläum stellte das neunköpfige Team Weinlehrpfad einige Exponate fertig. So steht am Anfang der Villastraße nun ein Rodungspflug sowie weitere Pflug- und Hackgeräte. Hier standen zuvor vier Halbstückfässer, die aber nicht mehr zu retten waren und deshalb komplett entfernt wurden. Am Fritz-Claus Weg können Besucher ein große Holzfass bewundern, das 5.200 Liter fasst und von Weingut Fitz-Schneider gestiftet wurde. Ins Auge fällt sofort die Fotobox, gebaut von Familie Wintergerst, bestehend aus einer Stahlbütte, wie sie früher bei der Weinlese zum Einsatz kam. Sie zeigt im Hintergrund eine Luftaufnahme der Stadt Edenkoben. Hier kann man ein schönes Erinnerungsfoto von sich schießen.
Weiterhin wurden vier verschieden große Weinfässer fachgerecht restauriert. Auf dem größten Fass malte man die Namen der vier Weinprinzessinnen auf, die seit 2019 den Wein und die Winter der weinfrohen Stadt repräsentiert haben, Jeanne, Fine, Steffi und Isabelle. Das kleinste Fass ziert den Namen der ersten Edenkobener Traubensaftprinzessin Pauline. Die „Liebeslaube der Fünfziger“ wurde restauriert und mit Fasstürchen und Fassriegel ergänzt. Ein Herbstwagen mit zwei Bütten wurde ebenfalls auf Vordermann gebracht und ist nun zu besichtigen, ebenso ein 2.000-Liter Fass an der Luitpoldsruhe sowie ein historischer Leiterwagen, auf dem ein Pflug und eine Egge aufgeladen sind. Zudem wurde an der Wintergasse ein Ruhe- und Liegeplatz gestaltet.
Zum Jubiläum hat Rolf Baumann ein sehr lesenswertes Buch geschrieben, dass nicht nur den Weinlehrpfad von seinen Anfängen bis heute beleuchtet, sondern auch mit sehr interessanten Anekdoten, unter anderem über König Ludwig I. und den Bau der Villa und der Villastraße aufwartet.
Jubiläumsveranstaltung
Samstag, 2. Mai und Sonntag, 3. Mai, jeweils 11 bis 17 Uhr
Offizielle Eröffnung des Jubiläumsveranstaltung:
Samstag, 12 Uhr an der großen Kelteranlage in der Villastraße
Text: Heinz Lambert, Bild: Jürgen Alter













