Interessengemeinschaft Südpfalz Gästeführer*innen – grenzenlos

52

Die Klosterkirche der Zisterzienser in Eußerthal

war das Ziel der Interessengemeinschaft “Südpfalz Gästeführer*innen-grenzenlos”mit ihrer Vorsitzenden, Martina Roth (Edenkoben), am Mittwoch, 12. Juli. Gästeführerin Gabi Sanda, in Eußerthal zu Hause, führte 17 ihrer interessierten Kolleginnen und Kollegen in die Welt der Zisterzienser sowie in und um den noch erhaltenen Rest der Klosterkirche.

Das Kloster im “Eußersten Thal” ist eines der ältesten Zisterzienserklöster und zählte im Hochmittelalter zu den bedeutendsten Klöstern. Von der ehemaligen Klosterkirche sind lediglich Chor, Vierung und ein Langshausjoch sowie vier Seitenkapellen erhalten geblieben und gelten als ein kunsthistorisches Kleinod des Sakralbaus am Übergang von der Romanik zur Gotik.

Gegründet 1147, auf dem gestifteten Grundbesitz zweier Adelsfamilien, gebaut nach den Plänen von Bernhard von Clairvaux, blühte das Kloster auf und hatte seine Hochzeit im 14. Jhd.. Die Zisterzienser betrieben Stadthöfe z.B. in Landau oder Weißenburg und acht Außenwirtschaftshöfe, sogenannte Grangien, an verschiedenen Orten in der Pfalz.
Eußerthaler Mönche waren Burgkapläne auf dem Trifels und Hüter der Reichskleinodien.

Mitte des 15. Jhd. begann der allmähliche Niedergang; mit Brandschatzung, insbes. während des Bauernkriegs 1525, und der Reformation im 16. Jhd. wurde das endgültige Aus besiegelt. 1561 wurde das Kloster aufgehoben und der “Geistlichen Güteradministration“ unterstellt.

Zwischen 1716 bis 1757 ließ Heinrich Wilhelm von Sickingen als Propst von Eußerthal die ruinöse Klosterkirche renovieren und im Langhaus eine Scheidewand einziehen. Nach 1805 wurden die Klostergebäude innerhalb der Klostermauer abgetragen; von der einst großartigen Anlage blieb nur noch der um die Mitte des 18. Jhds. renovierte Teil der Klosterkirche erhalten, der der katholischen Gemeinde Eußerthal als Pfarrkirche St. Bernhard dient. Als Reliquie wird ein Stückchen des Schienbeinknochens des 1174 heilig gesprochenen Bernhards im Schrein aufbewahrt.

Heute finden wir innerhalb des Kulturdenkmals Klosterkirche ein Modell des Klosters, das die Anlage im späten Mittelalter zeigt, und Informationstafeln auf einem Themenweg, die die Geschichte der Klosterkirche beleuchten.

Weitere Informationen zu Führungen in der Südpfalz und darüber hinaus: www.suedpfalz-grenzenlos.de

- Werbeanzeige -