Corona sorgt auch für Mangel an Baumaterialien: Zusätzliche Herausforderungen auf städtischen Baustellen in Landau – OB Hirsch will an Investitionen zur Daseinsvorsorge festhalten – Schulen werden für mehr als 4,1 Millionen Euro modernisiert

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Baumaterialien sind knapp, die Auftragsbücher vieler Firmen übervoll und die Preise steigen: Mit diesen Herausforderungen haben aktuell fast alle Bauherrinnen und Bauherren zu kämpfen – auch die öffentliche Hand. Am Beispiel der Berufsbildenden Schule, wo zurzeit der gewerbliche Trakt modernisiert wird, stellten OB Thomas Hirsch und Beigeordneter Lukas Hartmann jetzt gemeinsam mit Michael Götz, dem Leiter des städtischen Gebäudemanagements (GML), die Situation in Landau dar. An der BBS verzögert sich u.a. die Lieferung von Innentüren und Bodenbelägen, die Sanitärarbeiten mussten bereits mehrfach ausgeschrieben werden und bei den Heizungsarbeiten ist mit Mehrkosten zu rechnen.

„Wir halten in Landau an unseren Investitionen für eine nachhaltige Stadtentwicklung in allen Bereichen fest“, verspricht OB Hirsch. „Klar ist aber auch, dass die aktuellen, größtenteils auf die Corona-Pandemie zurückzuführenden Schwierigkeiten bei der Abwicklung von Bauprojekten uns vor große Herausforderungen stellen – die durch die Flutkatastrophe im Norden unseres Landes wohl noch verstärkt werden.“ Trotz dieser zusätzlichen Herausforderungen wolle man die nachhaltige Stadtentwicklung weiter voranbringen, so der OB: „Wir werden weiter alles für eine gute Daseinsvorsorge für unsere Bürgerinnen und Bürger tun.“ Dazu gehörten die Investitionen in Kitas und Schulen, das Engagement im Wohnungsbau, aber auch die vielen Infrastrukturprojekte, die in unterschiedlichen Bereichen der Nachhaltigkeit dienten, erläutert Hirsch. Manches, vermutet der OB, werde in nächster Zeit allerdings etwas langsamer gehen im Hinblick auf Planungs- und Baukapazität, Materialknappheit und Kostensteigerung. „Wir können froh sein, dass wir auf einer sehr dynamischen Stadtentwicklung aufbauen“, so der Stadtchef.

Alleine in den Unterhalt und die Modernisierung der Landauer Schulen steckt die Stadt Landau durch ihr GML in diesem Jahr mehr als 4,1 Millionen Euro. Rund 2,5 Millionen Euro davon fließen in die Modernisierung des gewerblichen Trakts der BBS, der größten Schule im Stadtgebiet. Hier sollen u.a. Bodenbeläge, Sanitär- und Elektroinstallationen sowie Türen und Schränke erneuert, Akustikdecken, LED-Beleuchtung und eine zentrale Lüftungsanlage eingebaut sowie Putz- und Anstricharbeiten durchgeführt werden. Allein: Bei fast allen Gewerken kommt es, wie bei anderen Baustellen zurzeit auch, zu Schwierigkeiten, wie Michael Götz zusammenfasst: „Aufgrund der Materialknappheit ist es den Firmen oft unmöglich, uns verbindliche Zusagen für die Fertigstellung von Bauleistungen zu machen, viele Firmen sind mit Aufträgen ausgelastet, wir bekommen oft nur wenige oder gar keine Angebote bei Ausschreibungen und in einzelnen Gewerken steigen aufgrund der Knappheit von Baustoffen und Bauteilen die Kosten.“ Hinzu komme, dass auf einer Baustelle viele Gewerke ineinandergriffen, so Götz. Stehe ein Gewerk still, könnten oft auch die anderen zunächst nicht weiterarbeiten.

Bislang komme es „unterm Strich“ aber noch zu vergleichsweise wenigen Verzögerungen auf den GML-eigenen Baustellen und auch an der BBS könne nach den Sommerferien unterrichtet werden, informiert Lukas Hartmann als zuständiger Dezernent. Er sagt: „Die Arbeiten, die unser GML durchführt, sind von zentraler Bedeutung für die Menschen in unserer Stadt, sei es bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum oder auch in den Schulen. Um diese wichtigen Projekte nicht zu gefährden, haben wir für den Nachtragswirtschaftsplan alle Ansätze um 20 bis 25 Prozent erhöht.“

Die aktuell laufende Modernisierung des gewerblichen Trakts der BBS wird im Jahr 2022 fortgesetzt und dann auch beendet. Insgesamt kostet die Maßnahme rund 5,8 Millionen Euro, wovon das Land Rheinland-Pfalz rund 2,2 Millionen Euro übernimmt. Weitere größere Maßnahmen, die das Gebäudemanagement der Stadt Landau im Jahr 2021 an den Schulen umsetzt, sind u.a. die Bereitstellung der IT-Infrastruktur an elf Schulen im Zuge des DigtalPakt Schule des Bundes für 900.000 Euro, die Elektro- und Brandschutzsanierung am Eduard-Spranger-Gymnasium für 420.000 Euro und die Elektrosanierung im Verwaltungsbau der Grundschule Horstring für 185.000 Euro.

Pressemitteilung der Stadt Landau in der Pfalz.