Die Temperaturen steigen, die Sonnenstrahlen nehmen zu, die invasiven Ameisen werden wieder aktiver. Noch vor dem Frühlingsanfang wurden uns Populationen in Burrweiler und Böbingen gemeldet.
Erster Beigeordneter Eberhard Frankmann: „Gemeinsam mit den Gemeindebediensteten sind wir nun dabei mit der Ausbringung von Kieselgur und Nematoden die Population der invasiven Ameisenart Tapinoma magnum an der Kirchenmauer in Burrweiler und in Böbingen einzudämmen. Ein Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bauhöfe, die die Bekämpfung der Ameisen im öffentlichen Raum maßgeblich übernehmen.
Schulungen und Einweisungen der Kolleginnen und Kollegen werden folgen.“
Damit auch Sie bei ersten Beobachtungen oder Befall frühzeitig reagieren und so Schäden vermeiden können, haben wir für Sie die wichtigsten Informationen im Überblick. Denn die Bekämpfung der invasiven Ameise ist eine Gemeinschaftsleistung:
Bevorzugter Lebensraum: Die Tapinoma magnum bevorzugen warme, sonnige und trockene Bereiche sowie sandige Böden unter Pflastersteinen. Hingegen im Grünen und im Rasen fühlt sich die Ameisenart nicht wohl.
Geruch: Zerdrückte Tapinoma-Ameisen verströmen einen ranzig buttrigen, auch acetonischen Geruch. Einheimische Ameisen riechen beim Zerdrücken eher nicht.
Aussehen: Die große Drüsenameise ist schwarz und zwei bis vier Millimeter groß. Bei den Tapinoma magnum Arten unterscheiden sich die Größen der Arbeiterinnen häufig, die Länge variiert zwischen 2,5 und 3,5 Millimeter. Sind die Ameisen gleich groß, ist es wahrscheinlich eine heimische Art.
Breite der Ameisenstraße: Die einheimische Wegameise bildet meist einspurige Ameisenstraßen. Tapinoma magnum hingegen bewegen sich regelrecht auf mehrspurigen Ameisen-Autobahnen.
Aussehen der Ameisenpuppen: Die Tapinoma magnum entwickelt sich aus Nacktpuppen ohne Kokon. So lassen sich bereits im Puppenstadium etwa Beine der Tiere erkennen. Die Farbe der Eier und Puppen ist weiß-transparent.
War Ihr Grundstück bereits im letzten Jahr nachgewiesenermaßen betroffen? Wenn Sie sich sicher sind, dass es sich wie im letzten Jahr um Tapinoma-Magnum handelt, kann in diesem Fall auf eine erneute Untersuchung der Spezies wie nachfolgend beschrieben, verzichtet werden.
Was tun bei einem Verdachtsfall?
• Melden Sie Ihren Verdacht bitte bei Monika Damian, Fachbereich Bürgerdienste‘: montags, dienstags, donnerstags und freitags, von 9 bis 11 Uhr. Kontakt: schaedlingsbekaempfung@vg-edenkoben.de oder 06323 959-226
• Kommen Sie vorbei in der Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben oder im Rathaus Ihrer jeweiligen Ortsgemeinde und nehmen Sie sich ein verschließbares Reagenzglas mit nach Hause.
• Sammeln Sie bitte eine oder mehrere Ameisen – tot oder lebendig – ein, versehen das Reagenzgläschen mit Ihrem Namen, Datum und Ort des Fundes sowie ihrer E-Mail-Adresse. Geben Sie das Behältnis in der Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben oder im Rathaus Ihrer Ortsgemeinde ab.
• Wir in der Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben werden dann bestimmen können, ob es sich bei den Ameisen auf ihrem Grundstück um heimische oder invasive Arten handelt und informieren Sie weiter.
• Bitte nutzen Sie ausschließlich die ausgegebenen Behältnisse. Die Bestimmung, ob es sich bei den Ameisen um eine heimische oder die invasive Art handelt, kann nur in diesen erfolgen.
Wie funktioniert die Bekämpfung?
Im öffentlichen Raum
Das zweigleisige biologische Bekämpfungsverfahren erfolgt mit Kieselgur und Nematoden.
Wir nutzen dabei das wirksame, beigefarbene Kieselgur CBL 3, ein fein gemahlenes fossiles Pulver aus Kieselalgen. Die Diatomeenerde wirkt bei den großen Drüsenameisen (Tapinoma magnum) tödlich, da es den Chitinpanzer der Insekten verletzt, sich in den Gelenken der Tiere festsetzt und die Ameisen so nach kurzer Zeit austrocknen oder bewegungsunfähig machen.
Nur ein gezielter Einsatz in die Schlupfwinkel und an den Wanderwegen ist sinnvoll und erfolgversprechend. Kieselgur ist für Menschen und Haustiere nicht gefährlich. Es sollte jedoch nicht eingeatmet werden, aus diesem Grund werden in Bereichen, in denen Kieselgur ausgebracht wurde, Schilder aufgestellt.
Nematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer. Als Nützlinge eingesetzt, bekämpfen sie bestimmte Schädlinge. Die Nematoden dringen in die Larven der Tapinoma magnum ein und töten sie ab. Diese Schädlinge sind für Menschen und Haustiere nicht gefährlich.
Im privaten Raum
Alle betroffenen Grundstückseigentümer wie auch deren Nachbarn werden gebeten, bei der Bekämpfung mitzumachen. Eine Bekämpfung der Tapinoma magnum ist eine Gemeinschaftsaufgabe der Kommunen und der privaten Grundstückseigentümer. „Wir helfen aber mit“, betont Eberhard Frankmann, Erster Beigeordneter, „und empfehlen den Bürgerinnen und Bürgern, auf dem eigenen Grundstück aufgrund der einfachen Anwendung die invasiven Ameisen mit Kieselgur zu bekämpfen. Eine Bekämpfung ist allerdings nur in bestätigtem Befall von Tapinoma magnum angezeigt. Unsere „Pfälzer“ oder heimischen Ameisen sind wichtige Teile unseres Ökosystems und Gegenspieler der Tapinoma magnum.“
In den Gemeindeverwaltungen, der Verbandsgemeinde oder in den Bauhöfen der Gemeinden und der Stadt wird Kieselgur kostenfrei an betroffene Bürgerinnen und Bürger abgegeben. Die Kieselgur wird in kleinen Eimern abgegeben, wir bitten Sie um mehrfache Verwendung oder Rückgabe der Eimer. Informationen über die richtige Anwendung, über Ort und Zeit der Ausgabe erfahren Bürgerinnen und Bürger bei einem bestätigten Befall von Monika Damian.
Aktuelle Informationen
Halten Sie sich stets auf dem Laufenden unter https://www.vg-edenkoben.de/service/bekaempfung-der-invasiven-ameise-tapinoma-magnum/
Text: Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben









