Herbert Hartkopf siebter Ehrenbürger der Stadt Edenkoben

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Weitere Ehrungen für verdiente Bürger beim Neujahrsempfang
EDENKOBEN – lam – Mit einer für die direkt Beteiligten großen Überraschung wartete Stadtbürgermeister Ludwig Lintz anlässlich des Neujahrsempfanges der Stadt Edekoben am Sonntagabend im Kurpfalzsaal auf.

Vor seiner Neujahrsansprache bat das Stadtoberhaupt Persönlichkeiten zu sich auf die Bühne, um sie für ihre Verdienste um die weinfrohe Stadt auszuzeichnen.

Allen voran Herbert Hartkopf, dem als siebtem Bürger in der Stadtgeschichte die Ehrenbürgerwürde zu Teil wurde. Hartkopf wurde 1940 in Edenkoben geboren, studierte Grafik und Kunstgeschichte, war Zeitungsvolontär und Grafiker in Berlin und Heidelberg, leitete ein Jugendbildungszentrum im bolivianischen Sucre, engagierte sich dort für die deutsche Entwicklungshilfe und war Geschäftsführer und Publizist im spanischen Rosas.

In seiner Heimatstadt beteiligte er sich von 1990 bis 2007 immer wieder intensiv an der Gestaltung des Museums für Weinbau und Stadtgeschichte, dessen Leiter er zwölf Jahre lang war. Seit 1974 ist er Mitglied im Heimatbund Edenkoben und seit 2016 dessen Ehrenvorsitzender.

Die Schwerpunkte seines Wirkens liegen in der Kultur, der Heimatpflege und der Geschichte. Seit 1960 veröffentlichte er zahlreiche Publikationen im In- und Ausland und schrieb acht Bücher, unter anderem die „Chronik 1250 Jahre Edenkoben“. Hartkopf erhielt 1994 die Goldene Wappennadel und 2005 die Ehrenmedaille der Stadt Edenkoben. Im Juni 2022 wurde ihm die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz verliehen.

Hubert Minges, Sebastian Uehlin und Ludwig Vondersand haben sich ebenfalls über viele Jahre in und für die Stadt Edenkoben engagiert und durften die goldene Wappennadel entgegennehmen. Hanna Klein erhielt die Ehrung in Silber.

Der Name Hubert Minges ist untrennbar mit dem Heimatbund Edenkoben verbunden, dessen zweiter Vorsitzender er lange Jahre war. Aktuell zeichnet er als Beisitzer für das Archiv des Heimatbundes verantwortlich. Das Museum für Weinbau und Stadtgeschichte kennt der gebürtige Hainfelder wie seine Westentasche. Mit hochinformativen Führungen bringt er den Besuchern dieses Kleinod der Stadt inclusive seiner grandiosen Ausstellungsstücke näher. Immer wieder liefert er auch journalistisch wertvolle Beiträge für die Heimatbriefe der Stadt und taucht dafür tief in die städtische Vergangenheit ein.

Sebastian Uehlin ist besonders als langjähriger Leiter der Edenkobener Feuerwehr in bester Erinnerung. Dem Stadtrat gehörte er von 2004 bis 2021 an, ehe sein Umzug nach Weyher sein Ausscheiden aus dem Gremium notwendig machte. 2019 war er einer der Mitorganisatoren des Umzuges anlässlich des 1250-jährigen Stadtjubiläums. Auf immer wird auch der Nachbau der historischen Oberlandbahn, der „Schneck“, mit seinem Namen verbunden bleiben. Dieser begeisterte schon bei zahlreichen Veranstaltungen und Umzügen die Zuschauer.

Ludwig Vondersand gehörte von 1978 bis 1996 dem Stadtrat an und machte sich insbesondere auch um die Patenschaft mit dem mittelfränkischen Dinkelsbühl verdient. Er organisierte über viele Jahre hinweg zahlreiche Konzerte in der protestantischen Kirche, war zehn Jahre lang „Kümmerer“ für Veranstaltungen im Museum. Dort gründete er das sogenannte „Speicherteam.“ In seine Ägide fielen im Museumsspeicher 46 verschiedene Veranstaltungen, davon 26 Ausstellungen. 1963 bis 1991 fungierte er als Sitzungspräsident des Karnevalvereins Frohsinn. Auch war er maßgeblich an der Überarbeitung des Weinlehrpfades beteiligt.

Die überregional bekannte Leichtathletin Hanna Klein konnte die Wappennadel leider nicht persönlich entgegennehmen. Wie ihr Vater Peter erklärte, steckt sie mitten in den Vorbereitungen auf die Hallensaison mit der Europameisterschaft in Istanbul Anfang März als Höhepunkt. Zu den Highlights ihrer Karriere zählt der Gewinn der Goldmedaille bei der Sommer-Universiade 2017 über 5000 Meter und die Teilnahme am Finale über 1500 Meter bei den Weltmeisterschaften 2017 in London. Bei der Team-Europameisterschaft 2017 holte sie den Titel, wozu sie mit ihrem Einzelsieg über 3000 Meter maßgeblich beitrug.

In seiner Ansprache stellte Ludwig Lintz dann die Frage: „Lernt der Mensch überhaupt aus der Geschichte?“ Ob der Geschehnisse in der Ukraine war diese Frage leider mit einem klaren Nein zu beantworten! „Das Thema Flucht ist virulent geblieben, denn wirklich gelöst ist ja nichts!“ Der Stadtchef spannte den Bogen von Europa über Deutschland hin bis in die in die eigene Stadt.

„Wenn manche an Euro Zweifel sehen, ist dies unbegründet. Christine kann es bestätigen. Ohne Europa wäre unsere Demokratie und der Frieden in dem wir leben nie möglich gewesen!“

Mit Christine war die Abgeordnete des Europaparlaments Christine Schneider angesprochen, die dem Empfang ihrer Heimatstadt ihre Aufwartung machte. Zu den weiteren Ehrengästen zählten der Landtagsabgeordnete Florian Maier, der Beigeordnete des Kreises SÜW Kurt Wagenführer, der Bürgermeister der VG Edenkoben Daniel Salm, die Bürgermeisterin der VG Maikammer Gabriele Flach und der Germersheimer Bürgermeister Marcus Schaile.

Auch galt Lintz´ Blick der Corona-Pandemie mit ihren furchtbaren Folgen. Nun sei ja zum Glück wieder einigermaßen Normalität eingekehrt. Nicht zuletzt galt sein Dank der „Blaulichtfamilie“, die immer wachsam und einsatzbereit gewesen sei. So wurde die Feuerwehr Edenkoben 2022 rund einhundert Mal zu Einsätzen gerufen.

Der Stadtbürgermeister blickte voraus und sprach von einer überarbeiteten Gestaltungssatzung, welche die Installation von Photovoltaikanlagen ermöglichen soll. Es bedürfe auch mehr Grün in der Stadt, gerade im Hinblick auf den Klimawandel, seien Bäume doch natürliche Klimageräte.

Bezüglich des geplanten Neubaus einer Kita sei er zuversichtlich, auch wenn man bis dato noch nicht so vorangekommen sei wie gedacht. Natürlich brachte Lintz die Themen „Alla Hopp Anlage“ und Kloster Heilsbruck zur Sprache, wobei er davon ausgeht, dass man hier positiv nach vorne sehen kann.

Wichtig sei es die Patenschaften mit Bexbach, Dinkelsbühl, Etang sur Arroux und Radeberg aufrecht zu erhalten und weiter mit Leben zu füllen. Auch die Patenschaft über das Bundeswehr-U-Boot 32 und der Kontakt zu dessen Mannschaft wurde wieder hergestellt.
Ludwig Lintz dankte zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, teilweise auch namentlich, für ihr überaus großes Engagement für die Stadt. Sie mögen so weiter arbeiten, wie sie dies schon in den letzten Jahren getan hätten.

Der Abend wurde vom Kreisjugendorchester Südlich Weinstraße unter Leitung von Jochen Schnepf begleitet. Das 30 Frauen und Männer umfassende Ensemble riss das Publikum im vollen Saal zu Beifallstürmen hin. Gerade die hervorragend intonierte gewaltige Filmmusik aus dem Blockbuster „The Rock – Fels der Entscheidung“, in dem Sean Connery die Hauptrolle spielt, wusste zu beeindrucken. Aber auch die großartig arrangierten Eigenkompositionen von Elias Laub oder „The seventh night of july“ von Itaru Sakai gingen unter die Haut.

Bäckermeister Claus Becker überreichte eine überdimensionale Neujahrsbrezel als Zeichen für Glück, Gesundheit, Verbundenheit und Frieden. Neun Edenkobener Weingüter präsentierten beste Weine aus ihren Kellern.