Das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS), welches von der Verbandsgemeinde mit der Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) beauftragt wurde, präsentierte am 28. August 2025 die finalen Ergebnisse vor dem Verbandsgemeinderat. Und die Ratsmitglieder haben dem Plan mit großer Mehrheit bei drei Gegenstimmen zugestimmt. Nun wird der Plan an den Fördergeber ZUG zur abschließenden Stellungnahme weitergeleitet.
Wärmenetzgebiet
Auf Basis der in der Bestandsanalyse ermittelten Wärmedichten und den Aussagen beteiligter Akteure erfolgte die Einteilung der Verbandsgemeinde in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete. Demnach wird die Kernstadt Edenkoben als Wärmenetzgebiet eingeteilt, da dort sehr gute Voraussetzungen für die Wärmenetzversorgung gegeben sind und mit den Pfalzwerken ein potenzieller Investor und Betreiber sein Interesse signalisiert hat. Mit der Einteilung sind jedoch keine verbindlichen Konsequenzen für Gebäudeeigentümer verbunden.
Die übrigen Ortsgemeinden in der Verbandsgemeinde Edenkoben sind Prüfgebiete. Wärmenetze sind in diesen Gemeinden nicht ausgeschlossen, aber unter den derzeitigen Rahmenbedingungen noch nicht darstellbar.
Wasserstoffnetzgebiet
Wesentliche Faktoren einer möglichen Wasserstoffversorgung – etwa Verfügbarkeit, Versorgungssicherheit oder Kosten – sind derzeit nicht bekannt, daher wird kein Gebiet in der Verbandsgemeinde als Wasserstoffnetzgebiet eingeteilt. Aufgrund der unklaren Rahmenbedingungen bleibt zum derzeitigen Zeitpunkt für die übrigen Ortslagen nur die Einteilung als Prüfgebiet. In einer Fortschreibung der KWP in fünf Jahren muss die Lage neu bewertet werden.
Szenarien
Der Pfad zur treibhausgasneutralen Wärmeversorgung bis 2040 wurde in zwei Szenarien aufgezeigt. Das erste setzt auf eine Versorgung auf Basis regionaler Potenziale und auf die Technik der Wärmepumpe. Das zweite Szenario unterstellt eine Transformation des Gasnetzes auf treibhausgasneutrale Brennstoffe wie Wasserstoff und Biomethan.
In einer tiefergehenden Betrachtung wurden die Stadt Edenkoben sowie die Ortsgemeinde Freimersheim als Fokusgebiete ausgewählt, um eine mögliche Wärmenetzlösung in Edenkoben sowie eine potenzielle Abwärmenutzung aus der Produktion der Cornexo GmbH in Freimersheim zu sondieren. Das Ziel der Verbandsgemeinde ist es schließlich, identifizierte Projekte im Anschluss an die KWP in vertiefenden Machbarkeitsstudien zu untersuchen, um eine Umsetzung voranzutreiben und langfristig zu begleiten.
Weitere Umsetzungsmaßnahmen: Aufbau eines Expertennetzwerks zum Heizungsaustausch und Erarbeitung von Einsparungen in der Energieversorgung für Winzerhöfe – aufbauend auf einem begonnenden Pilotprojekt in einem Weingut in Hainfeld. Allumfassend begleitet werden diese Maßnahmen von dem Projekt Öffentlichkeitsarbeit.
Bürgermeister Daniel Salm: „Wir in der Verbandsgemeinde Edenkoben haben uns frühzeitig – im September 2024, damals noch in der Phase der Freiwilligkeit – auf den Weg gemacht und seither die ersten wichtigen Schritte zurückgelegt, um die Wärmewende vor Ort zu gestalten und die Energieversorgung auf nachhaltige Beine zu stellen. Die proaktive Gestaltung der Wärmewende bietet dank der 90-prozentigen Bundesförderung neue Impulse für die regionale Wertschöpfung – durch Aktivierung erneuerbarer Energien vor Ort sowie Investitionen in die energetische Infrastruktur.“
Und dabei betont Salm: „Wir haben eine gute Basis gelegt, um darauf aufzubauen und um auf eine Fortschreibung in fünf Jahren hinzuarbeiten. Unsere Kommunale Wärmeplanung ist kein starres Konzept. Im Gegenteil, wir werden die Planung regelmässig fortschreiben, um auf die schnelle Entwicklung neuer Technologien, Erkenntnisse und neue Impulse reagieren zu können.“
Am 6. Oktober 2025 lädt die Verbandsgemeinde alle Bürgerinnen und Bürger zu einem Informationsabend ein. Um 19 Uhr wird der Kommunale Wärmeplan der Verbandsgemeinde Edenkoben in der Gemeindehalle Edesheim vorgestellt.
Text: Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben